Ich hab gedacht ich erzähle euch mal ein wenig über das Set, die Ausleuchtung und der Shootingplanung. Das Kostüm habe ich selbst gemacht und sollte etwas christliches an sich haben und ausstrahlen, deswegen auch die Bibel in altdeutscher Schrift. Die Totenköpfe habe ich als Kontrast dazu ausgewählt wegen dem Tod und der Wiedergeburt. 
Bei manchen Bildern mit diesem Outfit bzw. Thema hab ich auch noch zusätzlich einen Rosenkranz (Kette) verwendet (hier aber nicht zu sehen). Die goldenen Blumen und Efeuranken wurden verwendet um das gesamte Bild noch detailreicher und interessanter zu machen. Der goldene Bilderrahmen soll das Ganze rahmen und ist der rote Faden der sich durch meine komplette Bildserie zieht.
Die Idee hatte ich natürlich vor dem Shooting schon im Kopf und alles passend dazu vorbereitet und mir Gedanken gemacht wie alles aussehen soll und welche Requisiten ich dafür brauche. Es wurde nichts dem Zufall überlassen.
 
Als Hintergrund bzw. in diesem Fall als Untergrund diente ein Studio Stoff (gibt es z.B. von Walimex) mit einem Grunge Muster. Am besten sieht der Stoff aus wenn man ihn faltig legt und ihn schattig ausleuchtet. Eine platte helle Ausleuchtung lässt ihn nicht schön sondern eher billig wirken.
Ich nehme meist nur ein bis zwei Blitze zu Ausleuchtung. Ich platziere ich sie links und rechts neben dem Gesicht wie ein Zangenlicht, damit ich keine hässlichen Schatten auf dem Gesicht habe und eine puppenhafte Spiegelung in den Augen erhalte.
Wenn ich nur ein Blitz verwende dann bevorzuge ich ein Beauty Dish und achte darauf das es wie in der Natur (Sonne) von oben kommt. Wenn das Model also liegt dann sollte das Licht über ihre Stirn die Nase herab zum Kinn leuchten (gerne auch etwas seitlich wenn das Gesicht auf einer Hälfte etwas schattiger ausgeleuchtet sein soll) und nicht andersherum. 
Niemals die Nasenlöcher von unten Anstrahlen und auch nicht Fotografieren!!!
 
Zum Schluss noch ein kleiner Tipp an das Model… Im Liegen solltest du immer dein Kinn sehr hoch nehmen um deinen Hals enorm zu strecken. Ein Doppelkinn sieht nicht schön aus. Ein großer Vorteil ist es auch nicht wie ein Sack entspannt auch dem Rücken zu liegen, sondern ein Hohlkreuz zu machen Popo und Brust herauszustrecken um eine grazilere Ausstrahlung der Pose hinzubekommen. Körperspannung und Beherrschung ist beim Fotoshooting genauso wichtig wie beim Tanzen.
 
Fotografen sollten solche Posingtechniken ebenso beherrschen und auf feine Details achten, denn wir als Fotograf sind der Spiegel des Models und müssen auch im Stande sein unerfahrene Newcomer oder Kunden professionell anzuleiten.
 
Ich hoffe meine Zeilen waren interessant für euch und ihr konntet einiges davon mitnehmen.
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