Gold Fotoshooting – Wie geht das?

Mich haben so unzählig viele Nachrichten erreicht zu dem Thema Gold Fotoshooting, das ich mich entschlossen habe einen ausführlichen Blog Bericht darüber zu schreiben. Das Feedback war einfach gigantisch und ich danke allen von ganzem Herzen dafür.

Die Idee eines solchen Gold Fotoshootings ist ja nicht neu und haben auch schon sehr viele andere Fotografen umgesetzt. Erinnern tut das alles immer irgendwie an 007 James Bond Golden Eye bzw. Goldfinger. Gefallen hat es mir schon immer aber ich hab mich bisher nie an das Thema gewagt weil ich nicht so richtig wusste wie man das macht mit der Farbe und wie groß die Sauerei ist. Dann eines Tages kam Chrissy auf mich zu und fragte mich ob ich da nicht mal Lust drauf hätte das mit ihr umzusetzen. Sie meinte das fand sie schon immer toll, würde das aber gerne mit einem weiblichen Fotograf umsetzten da man schon ziemlich nackig ist und sie auch nicht wusste wie das später mit dem Abwaschen ist. Eine gute Entscheidung wie sich später noch rausstellte.

Wir haben dann also gemeinsam dieses Shooting geplant. Ich musste erstmal recherchieren und rausfinden wie man sowas überhaupt macht und am besten umsetzt. Für mich ist immer wichtig das ich mir ausreichend Infos vorab einhole wenn ich etwas neues ausprobiere, um es dann perfekt umzusetzen und damit nichts in die Hose geht. Das habe ich gemacht und auch einige Tipps von einem Fotografen Kollege erhalten der so ein Fotoshooting schon in Silber und Gold umgesetzt hat. Ohne die ganzen Informationen, Tipps und die Planung wäre das sicher niemals so gut geworden.

 

Genau diese Erfahrungen möchte ich nun mit dir teilen, falls du vorhast so etwas ebenfalls mal umzusetzen. Fangen wir also ganz von vorne an…

 

Materialeinkauf

Zunächst einmal musst du alles was man für ein solches Shooting benötigt einkaufen. Für die Farbe benötigst du Gold oder Bronze Farbpigmente extra fein. 200 – 250g reichen vollkommen aus um einen kompletten Körper anzupinseln. Die Gold Pigmente werden einfach mit Babyöl gemischt bzw. angerührt. Salatöl geht auch aber ist schon etwas eklig. Die paar Euro mehr würde ich für Babyöl investieren, da weiß man auch das es gut hautverträglich ist.

Abgesehen von der Farbe brauchst du ein Behälter zum Anrühren, einen großen Pinsel und eventuell eine kleine Malerwalze. Ich rate dir Malerfolie zu kaufen um das Fotostudio abzudecken, vor allem der Make up Bereich denn das Auftragen der Farbe tropft und spritzt etwas.
Für das Fotoshooting brauchst du schwarze Bauplane um den Boden abzudecken und den schwarzen Hintergrundkarton nicht einzusauen. Das alles bekommst du in jedem Baumarkt.

 

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Das richtige Model finden

Wichtig ist ein geeignetes Model hierfür zu finden. Da man bei diesem Fotoshooting keine Kleidung tragen kann ist es wichtig abzuklären wie freizügig das Ganze fotografiert wird. Das Model sollte also keine Probleme haben mit Akt, Teilakt oder versteckten Akt. Wir haben uns für versteckten Akt entschieden, da Chrissy keine Aktshootings macht und die Bilder auch Facebook tauglich sein sollten. Es herrscht ja absolutes Nippel verbot.
Du solltest dein Model ganz genau über das Fotoshooting im Vorfeld aufklären, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Es sollte euch beiden bewusst sein das es eine mega Sauerei ist und man nicht zimperlich sein darf. Das Model sollte damit rechnen das man noch ein paar Tage danach Goldreste in den Haaren und an schwer zugänglichen Körperstellen hat. Außerdem wird die Haut schon ganz schön strapaziert und ist nach dem Abwasch gerötet. Nichts für empfindliche Hauttypen oder Menschen die unter Neurodermitis leiden.

 

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Shooting Vorbereitung für Model und Fotograf

Nachdem du die ganzen Materialien für das Fotoshooting gekauft hast, solltest du nch an einige andere Dinge denken. Für so ein aufwändiges Shooting ist es schön wenn man so viel Bilder wie nur möglich später verwenden kann und eine umfangreiche Bildserie hat, damit sich die Sauerei auch lohnt. Mach dir also ganz genau Gedanken wie du alles fotografieren möchtest, welche Posen du ausprobierst oder ob du noch Gegenstände mit einbaust. Je mehr Gedanken du dir vorab machst umso vielfältiger werden deine Bilder dann auch. Ich habe mir zum Beispiel ein Posing Moodboard erstellt und spezielle ausgefallene Posen zusammengesucht.
Das Model kann sich ebenfalls besondere Posen schon vorab überlegen oder Gedanken dazu machen. Es ist auch von Vorteil dem Model das Posing Moodboard vorab zu schicken, somit kann getestet werden was umsetzbar und machbar ist je nach Beweglichkeit.
Bitte dein Model auf jedenfall frisch rasiert zum Fotoshooting zu kommen, denn durch das Gold wird jedes noch so feines Härchen sichtbar. Sie sollte auch einen Tanga mitbringen der eingesaut werden kann. Es gibt spezielle Tangas ohne dicke Nähte die für Bodypaintings verwendet werden und sich super übermahlen lassen. Ganz wichtig ist es Duschsachen mitzubringen und vorallem Shampoo, Spülmittel und einen Glitzi Schwamm um die Farbe abzurubbeln. Ihr werdet sehr viel davon brauchen.

 

Der Shootingtag

Als erstes solltest du zusammen mit dem Model die Planen im ganzen Studio auslegen. Für den Make up Bereich habe ich die normale Malerfolie genommen um den Boden zu schützen wenn das Model nacher angepinselt wird. Am Set selbst habe ich zuerst den schwarzen Studiohintergrund runtergelassen und dann den kompletten Boden ausgelegt mit scharzer Baufolie. Den Weg von Make up Bereich zum Set wurde ebenfalls mit Folie verbunden, damit das Model dann später überall langlaufen kann ohne was einzusauen.
Bevor ich mit dem Bodypainting anggefangen habe wurde schonmal das Lichtset aufgebaut. Hierfür habe ich zwei Striplights als Zangenlicht genommen und von vorne eine Octabox. Natürlich habe ich auch gleich schonmal einen Lichtest gemacht und die Blitze grob eingestellt.

 

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Nachdem nun alles steht kanns losgehen mit der Sauerei…

 

Das Vergolden

Den Schminktisch haben wir mit Zewas abgedeckt um nichts einzusauen wenn wir die Farbe anmischen. Zuerst haben wir das Gold Pigmentpuler in die Schale geschüttet und dann mit Babyöl angemischt. 250g Pulver hat uns gereicht für ein komplettes Ganzkörperpainting mehr braucht man eigentlich nicht. Vorsicht, die Farbpigmente nicht einatmen. Fügt am Anfang erst mal nicht zu viel Babyöl hinzu und mischt sehr gut das keine Klümpchen entstehen. Die Farbe sollte nicht zu dünnflüssig werden, damit sie gut deckt.
Wenn die Farbe fertig angerührt ist kannst du sie mit einem Malerpinsel oder der Malerwalze auf den Körper auftragen. Mit dem Pinsel bekommst du eine schönere Oberflächenstruktur hin. Arbeite dich von oben nach unten. Das Gesicht und die Haare haben wir als letztes angemalt. Vorsicht das keine Farbe in die Augen und in den Mund kommt. Die Augen haben wir zunächst ausgespart und dann mit dem Finger oder einem ganz kleinen Pinsel fertig bemalt. Fußsohlen kann man freilassen wenn sie nicht auf den Bildern zu sehen sind. Aber es ist besser sie ebenfalls anzumalen. Vergesst auch die Ohren und Nacken nicht. Auch zwischen den Pobacken gründlich anmalen.
Damit dem Model nicht kalt wird könnt ihr einen Heizlüfter aufstellen. Die Farbe wird nicht trocknen und bleibt immer feucht und klitschig da es ein Ölgemisch ist. Bitte beachte auch das es beim Laufen und nachher beim Fotoshooting verdammt glatt werden kann durch das viele Öl das sich auf dem Boden verteilt. Während dem Fotoshooting kann es durchaus auch sein das ihr mal die ein oder andere Stelle nachpinsel müsst. Restliche Farbe also noch nicht wegleeren. Bei uns hat es alerdings super gehalten und ich musste eigentlich kein einziges mal nachpinseln. Es richt auch wenn das Model einfach über manche Stellen mit der Hand drüberwischt. Funktioniert sehr gut wenn du die Farbe nicht zu dünn angerührt hast.

 

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 Das Fotoshooting

Das Lichtset hatte ich ja bereits schon zu Beginn eingestellt, daher konnte ich direkt loslegen mit dem Fotoshooting. Bei den ganzen Goldpigmenten ist es wichtig das Lichtset nochmals zu prüfen und anzupassen. Behalte immer die Reflexe des Goldes im Auge das sie nicht zu hell und überstrahlt sind oder in einem toten Winkel kann das Gold auch plötzlich schwarz aussehen. Mit dem Lichtsetup das ich gewählt habe hatte ich aber keine großen Probleme und alles hat wunderbar funktioniert mit der Ausleuchtung. Das Hauptlich (die Octbaox von vorne) kann man auch mal ausschalten und nur die zwei Striplights als Zangenlicht verwenden oder man schaltet ein Streiflicht aus und verwendet Octabox mit einen Streiflicht links oder rechts. Also relativ einfaches Lichtset das sich schnell abwandeln lässt um unterschiedliche Lichtstimmungen zu erzeugen.
Wir haben mit Portraits angefangen und ein paar Gold Blumen bzw. Äste verwendet um die Portraits noch etwas vielfältiger zu gestalten. Danach haben wir erstmal alle Posen im stehen durchgemacht die wir uns alle für das Shooting überlegt haben. Ganz am Schluss haben wir sitzenden und liegende Posen umgesetzt weil dann die Plane am meisten mit dem Gold eingesaut wird. Es empfhielt sich daher in dieser Reihenfolge vorzugehen.
Wenn man sich einiges an Posen überlegt hat dann kommen sehr viele tolle Ergebnisse raus und man hat nacher eine tolle Bildserie oder kann eine komplette Bewegungsstudie draus machen. Probier unbedingt auch sehr ausgefallene, akrobatische oder Posen aus dem Yoga aus. Das kommt richtig toll.

 

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Achtung Nippelverbot und Meldemuschis!

Natürlich ist nun die Frage ob man die Brüste bzw. Nippel zeigen möchte oder nicht. Da Chrissy keinen Akt macht und auf Facebook & Instagram Nippelverbot herrscht haben wir die Brüste immer etwas abgedeckt das man nichts sieht und der liebe Zuckerberg nicht von seinem Bürostuhl vor entsetzten plumpst *lach* Denke auch an die vielen Meldemuschis in den Social Media Kanälen die Angst haben für immer zu erblinden beim Anblick eines Nippels *lol*

 

So und wer jetzt gedacht hat das war die Sauerei der täuscht sich gewaltig. Nach dem Fotoshooting geht es nämlich erst so richtig los…

 

Das Duschen – ekelig ekelig ekelig!

Das ist der Teil der absolut keinen Spaß macht. Normale Bodypainting Farbe lässt sich relativ leicht abwaschen weil sie wasserlösöich ist. Nur wir haben tonnenweiße Öl auf der Haut gemischt mit goldenen Farbpigmenten. Öl und wasser fertragen sich bekanntlich nicht und verbinden sich auch nicht, das heißt Öl ist nicht so einfach wasserlöslich und sehr sehr hartnäckig. Man braucht erst etwas um die Ölmoleküle aufzubrechen um es dann mit Wasser runter waschen zu können. Das heißt massenweiße Spülmittel. Nichts ist besser um die Struktur der Ölmoleküle aufzubrechen als Spülmittel, den es wurde ja schließlich genau zu diesem Zweck entwickelt.
Also nicht verzweifeln wenn Wasser nicht hilft. Feste mit Spüli einseifen und dann unter fliesendem Wasser mit einem Glitzi Schwamm oder Duschschwamm abrubbeln. Vorsichtig das man nichts in die Augen bekommt. Man braucht viel Gedult bis alles weg ist, vorallem an den schwierig zugänglichen Körperstellen.
Das Problem ist auch das man selbst gar nicht an alle Stellen hinkommt oder hinsieht, so hab ich Chrissy geholfen den Rücken zu schrubben da sie dort das Gold gar nicht alleine runter bekommen hat. Deswegen der wichtige Hinweis, macht so ein Fotoshooting mit einem Fotografen dem ihr vertraut. Unter uns Frauen war das kein Problem zu zweit in der Dusche zustehen, aber ich denke so ein Erlebniss möchte man vielleicht nicht mit jedem haben. Daher war ihre Wahl so etwas mit einem weiblichen Fotografen umzusetzten absolut richtig und nachvollziehbar. Zudem haben wir schon einige Projekte gemeinsam umgesetzt und waren uns auch nicht mehr ganz fremd.

 

Dusche putzen

Die Dusche gleicht nun einem absoluten Schlachtfeld und alles ist eingesaut. Fliesen, Duschkabine, Boden, Duschschlauch usw. ist God. Nachdem das Model sauber geschrubbt ist muss die Dusche geschrubbt werden. Unsere Spülmittelflasche kommt also wieder zum Einsatz, die hoffentlich noch nicht leer ist *lach*

 

Ich kann dir sagen das ist ein wirklich schweißtreibender Job und macht keinen Spaß! Wehe die Fotos sind nichts geworden, dann raste ich aus *lol*
Aber was tut man nicht alles für schöne Bilder. Anstrengend war es auf alle Fälle. Die liebe Chrissy ist mit güldenem Haar nach Hause und hat sich Tage danach noch an Goldresten erfreut wärend ich die Bilder gesichert und gesichtet habe.
Wird dachten ein heißes Bad daheim wäre super für das Model um die vielen Reste noch vom Körper und aus dem Haar zu bekommen, aber da war doch was…
das Problem Wasser und Öl verträgt sich nicht… *lach*

 

Das hatten wir kurzweilig vergessen und nicht bedacht. Ein Bad nehmen ist noch viel schlimmer. Ungefähr so als würde in Öltanker im Meer auslaufen und man ist eine Möve oder ein Fisch. Das Öl und die Farbpigmente sammeln sich nämlich an der Wasseröberfläche und beim Aussteigen aus der Badewanne hat man wieder alles am Körper kleben.

 

Verdammter Scheiß!

Achja… und das man stirbt wenn man sich komplett Gold anmahlt weil die Haut dann nicht mehr atmen kann ist ein Mytos.

Chrissy lebt noch!

 

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